Aus dem Tagebuch eines „Wahl-Schwaben“

Typisch Schwaben!

Der erste Tag in meiner Wahlheimat Stuttgart war alles andere als einfach. Ja, sie sind schon eigenartig, diese Schwaben ganz zu schweigen von ihrer Sprache. Es begann schon heute Morgen, als ich zum Bäcker gehen wollte. Im Hausflur traf ich meine Nachbarin, Frau Meier, die mich gleich mit den Worten „Die Woch händ Sie Kehrwoch! Vergesset’se des bloß ned, sonschd wird mein Mo grandich!“Da ich nicht so richtig verstand, worauf sie hinaus wollte nickte ich nur lächelnd und verließ das Haus.

Beim Bäcker angekommen fragte mich die Verkäuferin auch gleich „Was für Weckle wellet se denn?“ Ich verstand nur Bahnhof, bestellte zwei Brötchen und wartete ab, was ich bekam. Anscheinend muss zwischen Weckle und Brötchen eine Verbindung sein, denn ich bekam ungefähr das was ich wollte…

Wieder am Haus angekommen wurde ich von einem jungen Studenten empfangen. Er grüßte freundlich und riet mir, Frau Scheuerle von nebenan nur keine Informationen über mich zu geben, denn sie sei „a rächts Gmoindebläddle“, was auch immer das bedeuten mag. Nach der Arbeit wurde ich bereits von meiner Nachbarin erwartet, die mit Besen und Eimer auf der Straße stand. „Sie brauched ned moine, des mit d‘Kehrwoch häb sich erledigt, bloß weil se beim Daimler schaffet! Dohanne händ’se Kudderschaufl on Kehrwisch.“, sagte sie und drückte mir den Besen in die Hand. Mit den Worten „On d’Kandel ned vergesse!“, verschwand sie im Haus. Kaum war ich mit fegen fertig, kam schon der nächste Anwohner mit böser Miene auf mich zu und forderte mich auf „Fahret se Ihren Karch do weg, mei Fra muss fort on s’Bläddle romtrage.“ Ich schaute ihn nur verwirrt an. Er begann wild zu fuchteln und zeigt auf mein Auto, das ich vor seiner Garage abgestellt hatte. Ich schätze, er wollte, dass ich mein Auto umparke, was ich dann auch getan habe.

Als ich die Treppe zu meiner Wohnung hinaufging, drückte mir eine Vermieterin einen Brief in die Hand und meinte „Des hat d’Boschdler falsch neigschmissa. Bäbbad se mol en Uffkläber an d’Briefkaschde sonschd bassiert des no efters“. Ich nickte mal wieder nur und ging die Treppe hoch. Währenddessen sah ich, wie meine Nachbarin die Straße kontrollierte und lautstark meckerte „D’Kandel hat er ned gfegt, der Dilldapp!“ In der Waschküche bat mich eine ältere Dame „Dädet se mir grad die Wäschzoina nufftrage?“ und drückte mir ihren Wäschekorb in die Hand. Ich deutete dies als Bitte diesen nach oben zu tragen. Als Dankeschön bot sie mir dann „a Stiggle Hefakranz mit Zibebe“ an. Ich nahm die Einladung an und war gespannt, was sie mir da wohl in Alufolie verpacken wird. Obwohl ich anscheinend die Straße nicht sauber genug gefegt hatte, luden mich meine Nachbarn abends zum Essen ein. Mit den Worten „Etzt zischa mer no a Zäpfle!“ gab mir Herr Meier schließlich auch noch ein Bier aus. Auch für den nächsten Tag erhielt ich von seiner Frau gleich eine Einladung „on morge schlotza mer a Vierdele!“. Ob ich mich jemals an diesen Dialekt gewöhne?…

 

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