Fasching, Juhu, jipi & zum Glück wieder ein Jahr vorüber.

Und es geht schon wieder los, das kann doch wohl nicht wahr sein…. Das denken sich viele, wenn die fünfte Jahreszeit am 11.11. wieder losgeht.

Egal ob es um Verkleidungen, Umzüge oder die vielen Zünfte geht, die in dieser Zeit wieder aktiv sind, es soll Menschen geben, die diese Zeit verabscheuen.

So geht es auch Einwohnern des Badnerlands. Ja…genau da, wo Fasnacht groß geschrieben wird.
Diese sind besonders zu bemitleiden, denn diesem Geschehen auszuweichen ist dort fast unmöglich.
Da hört man dann oft so Sätze wie: „Jesses Gott, jetzt geht der Schissdreck schu widda los“ oder „Wer het denn die Irre widda us da Anstalt glasse, des derf doch net wahr sei“.

Unüblich sind solche Sätze gewiss nicht. Was einem Anti- Fasnachts Badner noch so alles durch den Kopf geht außer Alkohol, das lest ihr hier!

Um den Fasnacht Fetischisten einen ruhigen Start in die Faschings- Kampagne zu gewährleisten, geht der ganze Spaß schon Mitte November los, so kann sich jeder dran gewöhnen und sich zusätzlich auf die Blütezeit, die meist im Februar stattfindet, vorbereiten.
Der November ist in der Regel noch recht unspektakulär. Zwar wird in den Fasnacht- Hochburgen, wie zum Beispiel Köln, auch schon der 11.11. ausgiebig gefeiert, im Badnerland geht dieser Tag jedoch Recht ruhig zu.

Im Dezember gilt dann das Motto: Die Ruhe vor dem Sturm! Denn im Januar geht’s dann schon richtig los. Die ersten Umzüge finden statt. Nur nicht zur Freude jedes Badner, denn da „leiht dann widda Unmenge vun Konfetti uff de Stroß, des miesse minne Nochbare und ich dann erschd widda uffsammle und wegkehre damit de Hof un de Garde widda gscheit ussehn!“.
Doch nicht nur das Konfetti ist ein Nervenkiller vieler Anwohner des Umzugverlaufs, denn „die ganze Leit meine sie müsse widda einer suffe un lasse dann ihre drecks Flasche, Pappbecherle und d Gugge überall rumfahre, da werd ich stinksuur.  Aber s schlimmste isch wenn se widda zu viel gebechert hen un dann noch in da Vorgarte no bräckle“.

Ja…das beschreibt wohl die Freude der Anwohner über das alljährliche Geschehen ganz gut. Doch das ist noch lange nicht alles. „Schlimm ischs au, wenn d Hästräger dann widda d Kinder verfehle un die Guzele un Schlotzer dann in minna Garde schmeiße oder wenn se meine sie könne mit uns s hendle ofange un dann die Guzele direkt ins Fenster schmeiße, wo se dann noch am negschde Zischdig unerm Sofa findsch, solche Dummbeidl“.

Einfach ist das närrische Treiben daher nicht für Jeden, gerade nicht für die, die eigentlich überhaupt keine Lust auf so ein Unfug haben, aber leider mittendrin wohnen und nicht ausweichen können.
Auch wenn sie versuchen, das närrische Treiben so gut wie´s geht zu umgehen „ selbst wenn schlofe willsch, um dem Schissdreck zu entgehe hasch kei Chance. Da schreie se dann widda d ganze Zeit ihre bleede Rufe wie Narri-Narro, Helau oder andrer Schrott durchs Kaff, da willsch grad nuss uff d Stroß und ne d Gosch verbebbe. Oder die Guggemusike, die immer so Krach uff de Stroß mache, unerträglich isch des Geklimber“.

Man fragt sich nun, können diese Fetischisten der etablierten 5. Jahreszeit nicht noch einen guten Aspekt abgewinnen?
„Nä, noch net e mol die Funke kannsch noch angugge, da hen d meischde ja so dicke Schengel wie ich n Ranze, aber s einzigschd gute isch, dass der ganze Schissdreck am Aschermittwoch widda vorbei isch un mir endlich widda Ruh hen!“

Also dann, Helau und bis zum nächsten Umzug!

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