Wer hast wem nachgemacht? Deutschland vs. Slowakei

Letscho, Grumbiere, Tschau, Schlof, Spital, …

 

Die internationale Perspektive

 

In unserem “aufdeutschbitte”-Team bin ich der einzige Ausländer und daher freut es mich natürlich sehr, wenn ich etwas verstehe, die anderen aber nicht.

Also, hier habe ich einen kleinen Test, um auch euch zu testen. Wisst ihr was “Letscho” oder was eine “Grumbiere” ist? Nein? Tja schade, ich hab gewonnen!;P

 

Die Slowakei: das Fernostland, das Land des Nichts, das Land am Mittelmeer,…—übrigens stimmt nicht, das ist nämlich Slowenien! Was wisst ihr eigentlich?!

Ich habe oft das Gefühl, dass meine deutschen Freunden fast nichts über die Slowakei wissen, trotz der Tatsache, dass es nur ein paar Stunden Autofahrt bis dorthin sind.

Also nochmal: die Slowakei, das Land woher ich komme, geprägt von Gebirgen und Hochburgen und dem Hockey als Nationalsport. Inwieweit ähnelt dieses doch so anders erscheinende Land nun eurer Heimat, Deutschland? Die Antwort liegt in der Sprache, genauer gesagt im Dialekt. Viele Slowaker würden die anfangs genannten Wörter kennen, ebenso wie sie manche unter euch kennen, die einem bestimmten Dialekt entstammen. Aber lest selbst:

 

 

Fangen wir doch bei diesem “Letscho” an – was ist das nun eigentlich?

 

Ursprünglich ein ungarisches Gericht, sehr bekannt in Mitteleuropa, kennt jeder in der Slowakei. Es ist eine Mischung aus Paprika, Tomaten und Zwiebeln. Man kann auch Eier oder Speck hinzufügen. Sehr lecker! Bei uns wird es oft als Hauptgericht gegessen, einige Deutsche aber lieben es als Beilage zu Fleischgerichten. Und wo findet man Letschoesser in Deutschland? Das könnt ihr hier finden.

„Leco e-citizen“ von Moonsun1981 - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

„Leco e-citizen“ von Moonsun1981 – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons

 

Nun zu “Grumbiere”:

 

Kartoffelsalat, Kartoffelpuffer, Bratkartoffeln, Schnitzel mit Kartoffeln. Kartoffeln, Kartoffeln, Kartoffeln… ja, das sind Grumbiere! Und Kartoffelesser? Ja, klingt deutsch.

Grumbír [wie Grumbier ausgesprochen] kennt man auch in der Westslowakei, d.h. wenn ihr euch mal in der Slowakei befindet, keine Sorge: Ihr bekommt eure Kartoffeln… ah Tschuldigung, Grumbiere!

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Erwähnenswert ist noch “Tschau”:

 

Wir haben darüber schon mal was geschrieben, aber nochmal zur Erklärung: in manchen Teilen Deutschlands sagt man “Tschau” als Verabschiedung. Gleiches gilt in der Slowakei, die aber wahrscheinlich für manche von euch zu weit weg oder schlicht zu orientalisch ist (ok, eher zu östlich). Fahrt ihr jedoch nach Prag? Čau [gleich wie Tschau ausgesprochen] wird in der Slowakei und Tschechien nicht nur wie ein freundliches tschüss benutzt, sondern auch wenn ihr euren Freunden hallo sagen möchten. Na dann, tschau!

 

 

“Wo ist man am Schlofe, wenn man schläft? = Dort, wo man Flesch isst und Wing trinkt.”

Klingelt’s? Zum Beispiel bei den Kölnern?

 

Übrigens, nehmt Schlof, fügt –ík am Ende hinzu und ihr habt šlofík [Schloviek]. Bei Slowaken und Tschechen ist ein Šlofík ein kurzer Schlaf, meistens nachmittags. Müde nach einem guten Mittagessen? Ein Šlofík bringt dich wieder in Schwung—egal ob in der Slowakei oder in den westlichen Teilen Deutschlands.

 

 

Wer oder was ist bitte ein “Spital”?

 

Hauptsächlich in Österreicht benutzt, geht man ins Spital wenn man krank ist, gemeint ist also das Krankenhaus. Auch in der Slowakei (oder in Tschechien), die eine Zeit lang Teil des österreichischen Reichs war, kennt man die Bezeichnung špitál. Es ist umgangssprachlich, aber darum sind wirt doch da. Jetzt könnt ihr schon mehr oder minder beruhigt krank in Prag oder Bratislava sein und habt zudem noch etwas über eure eigene Umgangssprache gelernt!

 

 

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